Ehepaar Wergin
Interviews Matti Schindehütte 131 views

Die Zeit ist reif, etwas zu wagen

Die Zeit sei reif für eine Erneuerung, sagen Erika und Joachim Wergin, die im Sommer ihre Eiserne Hochzeit feierten und aus diesem Anlass um eine Spende für das Gemeindehausprojekt baten. So kam der erste Betrag zustande, der den Auftakt in das Fundraising einläutete.

Beide sind Zeitzeugen des Wandels im Ort: Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten war schon damals prägend. So kam man zur Hauskirche oder Jungschar im elterlichen Haus zusammen. Gottesdienste feierten alle drei Konfessionen in der Kapelle auf dem Friedhof, wo das Jubelpaar im Jahre 1956 ihre Trauung feierte. Die Auferstehungskirche befand sich damals noch gar nicht im Bau. Das Geläut kam von einem gestifteten Glockenturm im Wald.

Zug um Zug veränderten sich so auch die religiösen Orte in Großhansdorf. Alles zu seiner Zeit. So wurde auch der Kirchturm der Auferstehungskirche erst drei Jahre später als das Kirchengebäude fertig gestellt. Ein Ort der Gastfreundschaft war damals auch das Freizeitheim Schmalenbeck auf dem „Berg“, das von Ehepaar Grell liebevoll geführt wurde und auch anderen Gruppen Heimat bot, wie der Wandergruppe von Ehepaar Wergin.

Gute Erinnerungen haben beide auch noch an das Hotel Hamburger Wald, das sich heute qausi auf der Kirchwiese vom Kirchencampus befinden würde. Ursprünglich war das Gebäude als Stall eines Herrenhauses in der Sieker Landstraße bezweckt, diente nach dem 2. Weltkrieg aber auch eine zeitlang als Kino oder Lokal. Hier befand sich auch der erste Schuhladen von Schmalenbeck. So werden Erinnerungen lebendig und einem wird gewahr, das Leben Wandel bedeutet.

Kritik an Veränderungen gäbe es freilich immer, sagen Wergins. Die habe es auch beim Orgelprojekt gegeben, durch das vor gut sechs Jahren die neue Grenzing-Orgel in der Auferstehungskirche eingeweiht werden konnte. Nun sei es an der Zeit, etwas zu wagen, was an sich doch ganz vernüftig sei: Die Erneuerung und den Umbau des Gemeindehauses zu einem Ort, an dem man gerne Kirche ist. Ob Kantorei, Chöre, Senioren oder Evangelische Jugend – es solle ein Ort, der auch anderen Menschen offen steht.